Endlich angekommen. Nach 1100 km Autofahrt erreichten mein Freund Alex und ich ein für uns ganz neues Gewässer. Wir wussten bereits im Vorfeld, dass es hier wunderschöne Karpfen zu holen gibt, jedoch ahnten wir nicht welch widrige Bedingungen uns hier die nächsten Tage erwarten würden.

angekommen 1200

Die Ruten beköderten wir mit Imperial Baits CRAWFISH und Banana Boilies. Ein weißer oder pinker Pop Up verzierte jedes Rig. Die Sonne ging bereits unter, wir waren am Ende eines anstrengenden Tages angelangt und das Boot war noch nicht aufgebaut. Ich entschied die Ruten nach Gefühl auszuwerfen und ohne zusätzliches Futter einzubringen. Die beiden äußeren Ruten flogen links und rechts am Ufer entlang, die mittleren gerade raus die Uferkante hinunter. Schon oft hatte mir diese Taktik schnell einen Fisch gebracht. Manchmal ist zusätzliches Futter gar nicht so entscheidend, wir sind nur einfach zu sehr daran gewöhnt.

ruten sundown 1200

“Nach getaner Arbeit darf das leibliche Wohl nicht zu kurz kommen”, heißt es in einer der bekanntesten und ältesten DVDs über das moderne “Karpfenangeln an großen Naturseen”. Alex ist absoluter Fleischvernatiker und kauft vor jeder Tour einige Kilo Rind, Lamm oder auch Schwein, um am Abend unsere ausgehungerten Mägen zu füllen. Heute 600g Stücke Entrecôte – LECKER!

steaks grillen 1200

Und tatsächlich schnappte nur 2 Stunden später meine linke Uferfalle zu. Der Köder lag gefühlt in etwa 2-3m Tiefe. Das konnte ich durch die Absinkzeit und das auftitschen des Bleies nach dem Auswurf in etwa schätzen. Imperial Baits CRAWFISH Boilie, der fängt immer einen, auch wenn sonst am See nichts geht! Wir waren MEGA glücklich so schnell aus dem “Schneider” zu sein, besonders da wir von anderen Anglern am See und in der Umgebung mitbekommen hatten, dass seit mehreren Tagen rein gar nichts lief. Kein Wunder, denn der Luftdruck lag bei 1035 hpa und hoher Luftdruck ist gerade im Winter tödlich. Daher war mir auch klar, dass die Fische so gut wie nichts fressen würden und ein einfacher Singlehookbait den Vorteil bringt.

singlehookbait fish 13 5 kg 1200

Am nächsten Tag scannten wir das Ufer mit Hilfe des Lowrance HDS 7 Echos genaustens ab und erstellten eine Tiefenkarte. Nun viel es leicht die Hot Spot GPS Markierungen zu setzen. Der Wind frischte jedoch richtig auf und den ganzen Tag knallte er uns mit 40 kmh um die Ohren. Es war nicht gerade leicht die Ruten präzise auf die Spots zu fahren. Für solche Bedingungen habe ich stets meinen Klappanker mit 20m Seil an Bord. Ich fahre dann gegen die Windrichtung über meinen Hot Spot, werfe den Anker über Bord, gebe Seil und positioniere mich so perfekt auf dem GPS Punkt. Jetzt kann ich in aller Ruhe ablegen und füttern. Mit etwas Übung, den schnellen und richtig sitzenden Handgriffen, ganz easy.

iboat und anker 1200

Wenigstens stimmte das Wetter, bis auf den nie enden wollenden und sehr starken Südostwind. Der Himmel war täglich blau und die Sonne wärmte unsere vom Wind gepeitschten Körper. Die Heringe vom Camp hatten wir zusätzlich mit dicken Steinen gesichert. Manchmal kamen wirklich heftige Böen so dass an ruhigen Schlaf in der Nacht nicht zu denken war. Immer mit der Befürchtung im Kopf, gleich heben wir ab… I BELIEVE I CAN FLY!

camp am abend 1200

SITTING, WAITING, WISHING – THAT IS CARPFISHING! Viel mehr gibt es zu dem Bild eigentlich gar nicht zu sagen. Achja doch, seit weniger als einem Jahr habe ich die wohl bekanntesten Watstiefel von LE CHAMEAU im Einsatz. Ich muss sagen bisher war ich schwer begeistert. Im Urlaub fiel mir jedoch ein ziemlich großer Riss auf der Fußoberseite auf (kein Eigenverschulden). Sie sind noch nicht undicht, jedoch sieht es so aus als würde das Material dort bald weiter nachgeben. Leider sehr enttäuschend, wenn man bedenkt was die Teile kosten. Falls es schlimmer wird, werde ich die Stiefel einschicken.

watstiefel chill 1200

Die Buddel steht bereit – wird hier an diesem ungezähmten Wasser noch der BIG ONE kommen? Man weiß es nicht, man munkelt noch…

rod pod mit sekt 1200

Langzeitaufnahme eines schönen Sonnenuntergangs – in Kürze wird es noch ein kleinen neuen Film auf meinem Youtubekanal geben. Wer ihn noch nicht kennt, hier der Link:
https://www.youtube.com/channel/UCOS9r_yYrSesQ-O3o3cdCSw
Balt werden wieder häufiger kurze Clips kommen, seit gespannt und Abonniert meinen Kanal, ich würde mich sehr freuen!

videocamera sundown 1200

Mit der untergehenden Sonne wird es auch im Süden bitterlich kalt und man muss sich warm anziehen. Die Ruten lagen perfekt, ein Wetterwechsel stand bevor. Der Luftdruck sollte von 1035hpa auf 1025hps sinken, Wolken kamen auf. Auch wenn das nur eine kleine Veränderung sein sollte, vielleicht würde das für mehr Fischaktivität sorgen. DIE RUTEN LAGEN PERFEKT!

alex sundown 1200

Heute ist Mittwoch und es gibt gleich zwei dramatische Bilder des Wetterwechsels. Wir waren zuversichtlich, dass sich in der anstehenden Nacht etwas tun würde. Der Wind frischte zudem mächtig auf und es waren Windböen von 70-80 kmh gemeldet. Wir sicherten die Zelte noch besser mit großen Steinen, denn das könnte zuviel für sie werden. Wir wollten es jedoch riskieren und ließen es drauf ankommen!

rauer sundown 1200

rauer sundown 2 1200

In der letzten Nacht wurde der Wind, wie vorhergesagt, immer heftiger. Das Zelt flatterte, knirschte und knarzte… doch plötzlich vernahm ich den schrillen Ton des Bissanzeigers! Geil, es war noch früh am Abend und jetzt schienen die Fische wirklich Appetit zu bekommen. Nach einem heftigen Drill nutzte der Fisch sein Revier zu seinen Gunsten und klemmte sich hinter eine Steinpackung. Er schlitzt nur wenige Sekunden später aus und ich kurbelte eine angeraute SHOCK IT Schlagschnur ein. FUCK! Die Rute warf ich einfach wieder aus, denn der Wind und die Wellen hatten sich mittlerweile so stark aufgebaut, dass der Einsatz mit dem Boot einfach unmöglich war. Die Nacht bekamen wir kein Auge zu, das Zelt flatterte uns ohrenbetäubend um die Köpfe. Aber es hielt, immerhin! Früh am neuen morgen dann der nächste Dauerton im Windrauschen. Diesmal ging alles glatt und ich konnte einen schönen Spiegler vom Ufer aus an Land ziehen. Es war die weiteste und tiefste Rute auf 8m, an einer Flussbettkante mitten im See. Wärend im Hintergrund die Sonne aufging, lichteten wir das Tier ab, ein geiler Moment nach einer aufregenden Nacht. Zum Glück hatten wir auf weise Voraussicht das Schirmzelt abgebaut, denn diese Windböen hätte es niemals überlebt. Selbst unser größeres zwei Mann Zelt war am Ende. An allen Ecken und Kanten gingen die Nähte auf, das Material war total wabbelig und ausgeleiert, die Verbindungsstangen waren verbogen und die ersten Heringe, ohne Steinsicherung, waren bereits heraus katapultiert worden. Heute bin ich sicher, hätten mehr als 2 Ruten tief gelegen, wäre diese Nacht mit wesentlich mehr Fisch belohnt worden. Wir hatten die meisten Ruten leider flach gelegt.
Hinterher ist man immer schlauer und man lernt zum Glück nie aus – das ist es was unser Hobby ausmacht und deswegen heißt es FISCHEN und nicht FANGEN!

Ich hoffe meine kleine Bilderstory hat Euch gefallen. Weitere werden dieses Jahr mit Sicherheit folgen.

Allen Anglern wünsche ich eine erfolgreiche Saison 2016!
Jukke

volle schlinge im morgengrauen 1200

karpfen im morgengrauen 1200

alex iboat himmel 1200

camp am nachmittag 1200

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